Es ist interessant das Wort Gottes zu lesen und sich dabei das Leben der Richter und Könige von Israel und Juda näher anzusehen.

Die Königsherrschaft war für das Volk Gottes nicht im Plan Gottes. Gottes Plan war eine Theokratie, d.h. eine Herrschaft Gottes.

Nach Mose Tod war es Josua der das Volk Gottes in das verheißene Land Kanaan führte. Aber, dann sehen wir die Spaltungen und die Eifersucht unter den verschiedenen Stämmen.

Danach kam die Zeit der Richter. Sie wurden in den verschiedenen Stämmen gewählt und sie hatten die Vollmacht das Recht auszuüben.

Nennen wir nur Debora, Gideon, Jefta oder auch Samson unter den zwölf genannten Richtern dieses Buches. Diese Richter konnten die Unordnung in Israel jedoch nicht vermeiden. Aber Gott ließ sein Volk nicht allein.

– Samuel, d.h. „Gott hat erhört“, war der Sohn von Anna und Elkana. Er war der letzte Richter der sein Amt ausführte. Wenn seine Kindheit und sein Amt auch exemplarisch waren, so gingen seine Söhne, Joel und Abia, obwohl sie von ihrem Vater als Richter ernannt wurden, nicht in den Spuren ihres Vaters. Sie waren habgierig, nahmen Geschenke an die ihr Urteil beeinflussten und so verletzten sie das Gesetz. (1. Samuel 8:1-5)

– Das brachte die Ältesten Israels dazu  Samuel um einen König zu bitten, damit sie wie die anderen Völker seien. (1. Samuel 8:6-9) Da beauftragte Gott Samuel,  Saul zum ersten König zu salben. Nach dessen Ungehorsam trat der junge David  seine Nachfolge an, zuerst in Hebron, dann in Jerusalem. (2. Samuel 5:5)

Nach der Herrschaft Salomos kam es zur Teilung des Reiches Israel unter der Herrschaft seines Sohnes Rehabeam: das Reich Juda im Süden und das Reich Israel im Norden. (1. Könige 12). Man kann sagen, dass sich die Haltung  Rehabeams in gewissen Punkten der  von Joasch  näherte, der Jahre später auch König von Juda wurde.

Dieser Joasch, König von Juda (2. Könige 11, 12) ist nicht der gleiche wie Joasch, König von Israel (2. Könige 13:8-13).

Joasch, d.h. „ Der Herr unterstützt,„gibt“ hatte eine Großmutter namens Atalja. Sie wollte alle Nachkommen ihres Sohnes, König Ahasja umbringen. Und Joasch war ein Sohn dieses Königs. Sein Leben hatte keinen guten Anfang ! Uff ! Seine Tante Joscheba nahm ihn und versteckte sich mit dem kleinen Joasch in einem Teil des Tempels. Die Großmutter Atalja ließ alle anderen Söhne des Königs umbringen, aber das Leben des kleinen Joasch konnte sie nicht antasten. Joasch blieb versteckt während sechs Jahren, während Atalja das Land regierte.

Jojada, Ehemann von Joscheba und Priester (2. Chronik 22:10 und Kapitel 23) schützten so den zukünftigen König.

– Was für eine Kindheit ! Wie waren seine Hauslehrer ? Er hatte keine Mutter mehr und keinen Vater, aber eine Tante und ein Mann,  der dem Herrn diente ! Welchen Einfluss mag das wohl auf ihn ausgeübt haben ? Hat er sich gefangen gefühlt, ganz ohne Wahl ? Hat er ganz ohne Probleme die Autorität Joschebas und Jojodas akzeptiert ? Wie war seine Entwicklung ? Ganz bestimmt ist er unterwiesen worden von der Wichtigkeit des Wortes Gottes und von seiner königlichen Abstammung. Welche Antworten mag er wohl gehört haben was seinen Vater, seine Großmutter oder das Königreich Israel betraf?

Im Alter von sieben Jahren wurde Joasch offiziell zum König gekrönt und alle riefen: „Es lebe der König!“ Jojada organisierte die Ereignisse auf eine Art, dass die ganze Gemeinschaft mit dem jungen König Joasch, Nachkomme von König David, im Hause des Herrn in Jerusalem einen Bund schloss. Atalja wurde getötet und Joasch regierte während vierzig Jahren.

Hier nun ein Vers, der positiv scheint: „Joasch tat was recht ist vor den Augen des Herrn, solange der Priester  Jojoda lebte.“ (2. Chronik 24:2).

Aber dann lesen wir in 2. Chronik 24:17-19 „Nach dem Tod Jojodas kamen die führenden Männer Judas zu König Joasch und umschmeichelten ihn. Und der König hörte ihnen zu.”

Was diese Männer wohl zu Joasch sagten ? Er war jetzt kein Kind mehr. Er hörte ihnen zu und was geschah ? Alle verließen das Haus des Herrn und kehrten zurück zu ihren Götzen.

– Das Herz von Joasch war kein festes Herz, Gott wirklich zugewandt. Er war während seiner Kindheit  gestört worden. Sicher, er war geschützt, aber man könnte auch sagen, von Jojada benutzt, damit der Platz des Herrn im Reich Juda wieder hergestellt würde.

Das Ziel Jojodas scheint gut zu sein, aber zu welchem Preis ? Joasch wurde beeinflusst. Seine Urteilsfähigkeit war nicht erprobt. „Denn wir sollen nicht mehr Unmündige sein, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre, durch die Betrügerei der Menschen ….(Epheser 4:14).

Und wir ?  Wir sind es, die den Kindern das Evangelium von Christus bringen. Gut ! Aber auf welche Art? Mit welchem Ziel ? Diese Dinge sind geschrieben worden, damit ….. (Johannes 20:31)

Helfen wir den Kindern, die Gott uns anvertraut hat zu unterscheiden zwischen der Wahrheit und den falschen Lichtern der Welt ? Bringen wir sie dazu nachzudenken, ihre Position einzunehmen in jeder Etappe ihres Wachstums ?

Ist das Wort Gottes nur eine Folge schöner Geschichten oder ist es die Kraft Gottes zur Errettung von denen die aufrichtig glauben ? (Römer 1:16 /Psalm 145:18). Ist das Lernen und Aufsagen von biblischen Versen nur eine Gedächtnisübung so wie das Aufsagen in der Schule, oder sind diese Verse Waffen zur Abwehr oder zum Anfgriff in der Lebensentwicklung eines jeden Kindes, in seinen eigenen Entscheidungen oder seiner persönlichen Wahl ?

Ist die soziale Gruppe wichtiger als jede Persönlichkeit ?  Sind wir aufmerksam gegenüber jedem Kind, was sein Verständnis, die Motive seiner Wahl oder seines Engagements betrifft, die wiederum von Zeit zu Zeit bekräftigt werden müssen zur persönlichen Sicherheit? (Romains 10:8-9)

Es ist bestimmt gut sich an die verschiedenen Phasen zu erinnern,  die man bei Kindern sieht, aber auch den Reifeprozess eines jeden: Imprägnierungsphase, Phase der Neuformulierung, Aneignungsphase, Übertragungsphase.  Wir wollen klarstellen, dass diese vier Phasen sich nicht immer linear abwickeln, aber oft ineinander greifen können.

Darum wollen wir dem Rat des Apostels Paulus an Timotheus folgen: „Gib Acht auf deine Lehre …..“

(1. Tim 4:16) und wir können hinzu fügen was Jesus zu Petrus gesagt hat: „Kümmer dich um meine Lämmer !“ (Johannes 21:15)

Ja, den Kindern das Evangelium nahe bringen ist ein Ministerium das über ein Lernen durch Wiederholung hinaus geht, oder durch Imprägnierung, ohne die Möglichkeit von Interpellationen und persönlicher Entscheidung.

Das Evangelium nahe bringen ist eine Weitergabe von Herz zu Herz und von Geist zu Geist, damit die perfekten Pläne Gottes, sein Wille und die Person Jesus wirklich Platz nehmen in jedem von denen die der Herr uns gibt, damit wir sie begleiten, und sie führen auf dem Weg ins ewige Leben, erfüllt vom Heiligen Geist.